Schuldschein abtreten

Unter einem Schuldschein versteht man eine Urkunde, die einen Schuldner zur Erfüllung von einer Zahlung verpflichtet. Der Schuldstein gilt dem Gläubiger vorrangig als Nachweis über eine bestehende Forderung, der Schuldschein ist nur dann wirksam, wenn er vom Schuldner unterzeichnet wurde. Prinzipiell ist eine Angabe für den Grund des Schuldscheins nicht notwendig, hingegen muss der Inhalt der Schuld begreifbar und verständlich sein. In der Praxis wird mit einem Schuldschein gegen eine Schuld abgesichert, welche dem Gläubiger zugesprochen steht. Der Schuldschein wird immer dann verwendet, wenn der Schuldner zum Zeitpunkt der Fälligkeit in akuten Zahlungsschwierigkeiten steckt, bzw. eine Tilgung des Schuldbetrags erst zu einem späteren Zeitpunkt infrage kommt. Der Schuldschein dient zum einen als Beweismittel, zum anderen aber auch selbstverständlich als Mittel, damit die Forderung nicht in Vergessenheit gerät.

Bei einem Schuldschein handelt es sich um kein Wertpapier, aus diesem Grund ist für das geltende Recht auch kein Besitz des Schuldscheins erforderlich, nach dem Gesetz wird als Eigentümer immer der Gläubiger vermerkt, wird die Forderung beglichen, so ist der Gläubiger dazu verpflichtet, den Schuldschein samt Quittung an den Schuldner abzutreten, wenn dieser danach verlangt.
Grundlegend gilt es, zwei Arten von Schuldscheinen voneinander zu unterscheiden. Neben fristenkongruenten Schuldscheinen sind auch revolvierende Schuldscheine sehr verbreitet. Fristenkongruente Schuldscheine zeichnen sich dadurch aus, das über die gesamte Laufzeit ein fester Zins vereinbart wird, bei revolvierenden Schuldscheinen wird der Zins in bestimmten Intervallen regelmäßig neu festgelegt.

Schuldscheine können im Gegensatz zu vielen anderen Wertpapieren nicht börslich gehandelt werden, der Handel mit Schuldscheinen - das Schuldschein abtreten - ist jedoch durchaus möglich. Das Abtreten von einem Schuldschein ist nur in Form von einer Abtretung nach §§ 398 ff. des BGB möglich. Das Schuldscheindarlehen ist anders als die Schulverschreibung nicht standardisiert, dadurch wird zudem die Handelbarkeit entscheidend eingeschränkt. Bei der Übertragung gilt nach dem BGB das Abtretungsrecht, welches eine Abtretung ohne Zustimmung des Schuldners ermöglicht, ein Widerspruch des Schuldners ist nur dann möglich, wenn im Kreditvertrag Entsprechendes vereinbart wurde.